in 66 Tagen um die Welt

Montag, 27. April 2009

Mein Resuemee fuer Kanada


Ich habe drei verschiedene Seiten eines Riesenlandes kennengelernt: die pulsierende Grossstadt Vancouver, das eher beschauliche Victoria und das gemuetliche Leben auf einer kleinen Insel. Die Kanadier sind eine multikulturelle Gesellschaft und moechten nicht mit ihrem uebermaechtigen Nachbarn verwechselt werden. Dies war nicht mein letzter Besuch in Kanada...


































the sounds of islands

Ausser der Hauptstadt Victoria habe ich nicht viel von Vancouver Island gesehen. Es gibt noch viel zu entdecken, z. B. den Pacific Rim Nationalpark, deshalb muss ich irgendwann wiederkommen. http://de.wikipedia.org/wiki/Vancouver_Island
In meiner Servasliste hatte ich noch zwei Gastgeber gefunden, die auf einer kleinen Insel zwischen Victoria und Vancouver wohnen. Der host in Salt Spring Island sagte ab, aber von der kleinen Galiano Island bekam ich eine Zusage fuer das Wochenende. Also nach dem earth day in einer Stunde mit dem Bus zur Faehre und nach noch einer Stunde war ich da. Die Faehre nahm die gleiche Route wie die Whalewatchingboote, aber ich habe keine Orcas gesehen (wie vom Captain versprochen), nur jede Menge Seehunde.
Kim holte mich an der Faehre ab (48, SINK= single income, no kids, Innen- und Aussenarchitektin von Beruf)und sie zeigte mir als erstes ganz stolz ihr selbst gebautes Holzhaus mitten im Wald. Wir gingen am Strand spazieren und erzaehlten von unseren Servaserlebnissen und Reiseabenteuer.
Sonntagmorgen liefen wir vor dem Fruehstueck zusammen und packten uns ein lunch ein. Dann ging es mit dem Auto zum 25 km entfernten Ende der Insel, das letzte Stueck ist der Dionisio Provincial Park. Auf der dreistuendigen Wanderung sahen wir Seehunde, einen Racoon, Geier sowie das Wappentier der USA, einen Weisskopfseeadler. Ausserdem jede Menge mir unbekannte Pflanzen, sie kannte sich auch da ziemlich gut aus. Auf dem Rueckweg noch ein Stop an einem fast dreihundert Meter hohen Aussichtsfelsen mit toller Aussicht ueber die Inseln in der Strait of Georiga.
Was mich am meisten beeindruckte war die absolute Stille nachts und was mir an Kim gefiel war der Lebensstil und der pace in dem sie lebte. Sie arbeitet solange, bis sie genug Geld zusammen hat um in Urlaub zu fahren. Als naechstes ist Suedamerika dran, sie versprach danach nach Europa zu kommen.

Happy Earthday! Victoria/ Vancouver Island/ British Columbia/ Canada

Als ich fuer Vanessa in Victoria, der Hauptstadt von Britisch Kolumbien, den Aufkleber mit der Botschaft des Indianerhäuptlings Chief Seattle kaufte (Die Erde gehört uns nicht. Wir gehören der Erde.), sagte der Verkaeufer zu mir: Happy Earthday! Wie es der Zufall wollte lernte ich ueber Servas Leute kennen die am Weltumwelttag teilnahmen. Ich war bei Gerd und Terry zu Gast, er ist 85, pensionierter Arzt und wanderte in den fuenfziger Jahren nach Kanada aus. Sie ist in der Friedens- und Umweltbewegung aktiv. Sie nahmen mich mit zu einer Versammlung ihres Kommitees zur Unterstuetzung Mittelamerikas, es ging um fair gehandelten Kaffee (gibt es auch bei uns: Fairtrade) und ihre Mission zur internationalen Beobachtung der kuerzlich stattgefundenen Wahlen in El Salvador.
Am naechsten Tag nahmen wir dann am earth walk teil, ein buntes, alternatives Voelkchen: da waren die Aktivisten von earth first, die Green Party, das Island Solidarity Centre, Leute vo Kairos (was wollten die? www.bckairos.org) remembering earthlings, eine Fahrradintiative www.gvcc.bc.ca sowie die raging grannies und eine Initiative zur Legalisierung von Cannabis. Der BUND bzw. der kanadische Ableger friends of the earth war nicht vertreten.
Bei der Abschlusskundgebung sang ein Indianer (die Kanadier nennen sie uebrigens First Nation oder Aboriginals) ein Lied ueber mother earth, das fand ich sehr eindrucksvoll.

Mittwoch, 22. April 2009

Tacoma Mall Incident

Um die Mittagszeit sehe ich von der Autobahn die Tacoma Mall, also Zeit eine kurze Pause einzulegen. Parke etwas abseits neben einem Toyota TACOMA. Der Fahrer sitzt am Steuer, mache ein Foto mit dem Mount Rainier im Hintergrund. Gegenueber parkt ein Auto mit dem Nummernschild GROWLER, dann fotografiere ich auch noch einen Beatle und ein Nummernschild von Alaska. Eine Corvette mit Kennzeichen aus Illinois wird abgelichtet, dann passiert's: Ein baumlanger Schwarzer springt aus dem Auto, fragt "what the hell are you doing here?" und baut sich bedrohlich vor mir auf. Wahrheitsgemaess sage ich das ich Tourist aus Europe bin ( ich sage nicht aus Germany, sonst denkt er ich kaeme aus einem Schurkenstaat oder aus der Wiege des Boesen. Schreit nur, dass er sich den Arsch aufgerissen hat um das Auto zu kaufen und jetzt fotografiert jemand seine Nummer, findet seine Adresse raus und...Inzwischen faehrt ein aelterer Herr von der Security vor und fragt: "Whats goin on here?"Der Schwarze schreit|:give me your fucking camera. In Deeskalation geschult, nehme ich meine Speicherkarte mit meinen ersten 100 Urlaubsbildern raus, gebe sie ihm und mache mich vom Acker. Er auch, mit quietschenden Reifen. Vermutlich Drogendealer...

NOT sleepless in Seattle

Die Ankunft bei Ellen, Paul, Annamarie und Charlie ist herzlich, immerhin haben wir uns das letzte Mal vor 20 Jahren in Madison/ Wisconsin gesehen. Paul kredenzt gleich einen sparkling wine aus dem Staate Washington, ich wusste nicht dass es dort Weinanbaugebiete gibt! Er macht ein Barbeque, es gibt Steaks und einen halben Lachs. Der ist von Ellens Onkel aus Alaska, der dort Fischer ist. Am Sonntag fahren wir downtown, zum 200 m hohen Aussichtsturm space needle. In 40 Sekunden geht es im Lift nach oben! Von da kann man das 93 Millionen $ teure Haus von Bill Gates am lake Wasington sehen! Anschliessend besichtigen wir das futuristische Musikmuseum- aus Seattle stammen uebrigens Jimi Hendrix and Kurt Cobain. Am Abend erwaehne ich den Olympic National Park, Paul schlaegt vor zum lake Quinault drei Stunden entfernt zu fahren, ein Regenwald mit riesigen Baeumen. Ueber Inernet buche ich einen Leihwagen fuer zwei Tage und eine Nacht in der Lodge am See (you'll love it).
Montag morgen, nac
h dem Berufsverkehr, gehts ab auf der Interstate 5 Richtung Sueden. Es dauert etwas bis man sich umgewoehnt hat (Gerhard wird das bestaetigen) aber dann lauefts. Ungewoehnlich ist, dass die Autobahn 4 Spuren hat Richtung Nord und Sued und die mittlere vierspurige Autobahn bei Bedarf nach Nord oder Sued fuehrt. Also relaxt mit 60 meilen bis Tacoma (siehe blog Tacoma Mhnall Incident). Sehe mir einen Wohnmobilhaendler mit hunderten Womos an, ich besichtige eins mit drei slideouts, gefliesstem Boden, Badewanne- drei Zimmer fuer 553 000 $!!! Nachdem ich mir in Olympia, der verschlafenen Hauptstadt, eine neue SD Karte gekauft habe, weiter auf dem vierspurigen Highway 12 Richtung Aberdeen und dann die 101 noerdlich. Fuer die 160 Meilen habe ich fast den ganzen Tag im Auto gesessen, das ist fuer amerikanische Verhaeltnisse scheinbar normal. Checke in der lodge ein www.visitlakequinault.com und sehe mir als erstes die Riesen-Sitkatanne an, wie in den USA ueblich mit Superlativ drittgroesste der Welt. Sonnenuntergang am See- herrliche Stille.
Am naechsten Morgen ein Lauf zur Riesenzeder, sehe wieder riesige Baeume aber der trail dorthin ist wegen umgestuerzter Urwaldriesen leider gesperrt. Rueckreise nach Seattle (wieder 3 Stunden Fahrt) ueber Port Angeles und per Faehre von der Bainbridge Island ueber den Puget Sound. Puenktliche, problemlose Rueckgabe des Chevy, erzaehle meine Erlebnisse, fuer morgen buche ich noch uebers Internet die Faehre nach Vancouver Island und die Jugendherberge in Victoria, Bezahlung mit Kreditkarte.

Montag, 20. April 2009

der Zoll bringt Menschen zusammen

Bill bringt mich zum Greyhoundbusterminal, puenktlich halb neun ist Abreise.
Ein gemischtes Voelkchen on board: europaeische Rucksackreisende, Schwarze, Chinesen, Amerikaner Kanadier, der Bus ist mit 40 Leuten fast vollbesetzt.

Nach einer Stunde sind wir an der Grenze und warten auf der Busspur geschlagene zwei Stunden! Ein Zoellner kommt zum Bus: wir muessen alle aussteigen, unser Gepaeck identifizieren und mit in die Halle nehmen. Lange Schlangen. Vor uns ein Bus mit Koreanern. Hinter uns ein Schulbus. Lerne die Leute vor und hinter mir kennen und wir reden ueber die Grenzformalitaeten in god's own country.Nochmal eine halbe Stunde in der Schlange stehen, bis zur gelben wait here line. Dann wird man aufgerufen . Mr Sullivan, der gestrenge Grenzer, stellt mir etliche Fragen schnell hintereinander ,in Englisch natuerlich: Wo wollen sie hin? Wie lange waren sie in Kanada? Wie lange bleiben sie in den Vereinigten Staaten? Haben sie ansteckende Krankheiten? Planen sie terroristische Anschlaege? Sind sie Kommunist? Ich muss ALLE Finger auf ein Lesegeraet legen und werde photographiert. Uebrigens hatte mich ja bereits zu Hause bei ESTA.US mit Passnummer und allen persoenlichen Daten registriert!!!

Alles in einem hoeflichen Ton mit dem freundlichen "SIR" am Ende. Als ich auf die Frage "What do you do for living?" antworte CUSTOMS OFFICER, da fragt er noch freundlicher oh yeah?
Und wir haben ein freundliches Gespraech ueber meine Zeit an der lux. Grenze, ueber Drogen, Goldschmuggel (really?), europaeische Grenzprobleme... Ich schenke ihm eins von meinen Zollabzeichen (Thanks, Joe) und er verspricht mir einen badge an die Adresse auf meiner Vilitenkarte zu schicken. Have a nice day, sir!

Servas bringt Menschen zusammen



Wegen der Zeitumstellung bin ich schon um 4 Uhr Ortszeit wach.


Die Hansens muessen mit ihrem Shiatsuhund (wenn ich die Rasse richtig verstanden habe) zum Tierarzt und nehmen mich mit.




Sie bringen mich zum Lynn Creek Park. Gehe die kurze Runde: die Haengebruecke ueber die wilde Schlucht mit tosendem Wasser (es gibt eine touristische Hengebruecke in der Naehe, Eintritt 20 $- diese hier ist frei wie auch der ganze Park!), ein Stueck weiter ein namenloser Wasserfall. Gaebe es den in Luxemburg dann waere das der Touristenmagnet! Durch den Regenwald mit riesigen Zedern und Tannen. Ein Geheimtip, den die Gastgeber allen Reisenden zeigen (so wie ich zu Hause immer mit meinen Gaesten ins Muellerthal fahre). Wir essen einen snack am Hafen, dort wo der seabus (die Faehre) nach Vancouver ablegt. Eine Kette heisst Beaver tail (queue de castor, wir sind in einem zweisprachigen Land), eine Art Doughnut, hier das Rezept aus Wikiopedia:

Beaver Tails Canadian Doughnuts If you ever visited Canada they serve a sweet pastry, that is essentially a flat doughnut with sugar on top. Dough: 1/2 cup warm water 5 teaspoons dry yeast pinch of sugar 1 cup warm milk 1/3 cup sugar 1 1/2 teaspoons salt 1 teaspoon vanilla 2 eggs 1/3 cup oil 4 1/4 - 5 cups unbleached all-purpose flour oil for frying granulated sugar for dusting cinnamon
Am Abend kocht Ricardo, der mexikanische Student mit seiner Freundin Rosa. Mit am Tisch sitzt Alex aus Irkutsk am Baikalsee und Hansens Tochter Dawn sowie die Gastgeber und ich. Am besten gefiel mir das Zuprosten mit (sehr gutem) Wein aus Britisch Kolumbien in vier Sprachen:


Cheers- Prost- Salud- Nasdrowje

Sonntag, 19. April 2009

Reisen in Zeiten des Internet

Eine Stunde sind es von FRA nach London Heathrow, kaum gestartet und in Flughoehe muss der Pilot schon wieder runter. Die 9 einhalb Stunden nach Vancouver vergehen auch wie im Flug, denn British Airways bietet jede Menge topaktuelle Videos an, hier eine Auswahl:


  • Australia

  • Ink Heart (Tintenherz)

  • Marley and me

  • Slumdog Millionaire

  • la vie en rose

  • Quantum of Solace

  • Yes Man

  • the Reader (der Vorleser)

Drei davon sehe ich mir an. Wer erraet welche das waren kann mit mir in Fiji am Strand einen Pina Colada trinken!


Ankunft in Vancouver 19:00 Ortszeit, das ist durch die 9 Stunden Zeitverschiebung 4:00 morgens. Schnelle Immigration.Uebrigens ist das ein wunderschoener Flughafen! Vor der Ankunft fahren die Busse der Hotels vor, aber meiner vom La Quinta ist nicht dabei. Ein freundlicher Schotte erklaert mir, dass man an dem courtesy phone eine Nummer waehlen und einen Bus anfordern muss. In 15 Minuten ist er da und nach 10 Minuten habe ich im Hotel eingecheckt. Total uebermuedet ins Bett.


Schon um 6 bin ich wieder wach, lese in der Lobby meine mails: von den 4 angeschriebenen Servasleuten haben drei abgesagt und einer sagt dass wir uns mittags in der Stadt treffen, im Cafe in der Art gallery.


Es sind Jackie und Bill Hansen, knapp ueber 70 und pensioniert. Wie verabredet habe ich meine Servas host list auf dem Tisch und werde Punkt zwoelf von ihnen angesprochen. Wir essen zusammen und sie erzahlen dass sie schon in Deutschland und Luxemburg waren. Ein Verwandter hatte bei Goodyear gearbeitet! Sie nehmen mich direkt mit auf eine Stadtrundfahrt. Die erste Station sind die Totempfaehle im Stanley Park. Weiter geht es zur Lionheartbridge und durch einen Regenwald. Leider sind bei einem Sturm vor ein paar Jahren etliche Baeume entwurzelt worden.

Dann fahren wir zu ihrem Haus im Osten der Stadt, eine ruhige Strasse mit Kirschbaeumen in voller Bluete. Sie sagen dass bei ihnen noch zwei Studenten aus Mexico und Sibierien wohnen.

Ich hatte zu Hause im Internet nach Road Runners gesucht und die Pacific Road Runners gefunden. Ich bekam die Antwort dass sie sich dienstags und donnerstags um 6 auf Granville Island zum Laufen treffen und Gaeste willkommen seien. Ich bin puenktlich da, stelle mich vor und lerne den ersten Laeufer Suki aus Indien kennen (der heisst wirklich so). Wir sind ca 20, ich werde vorgestellt und los geht's: immer am Meer entlang mit Blick zur skyline. Lerne auch noch eine Oesterreicherin kennen, die am Montag den Boston Marathon laeuft!

Abends mit den beiden Erfahrungsaustausch uber Servas und ihre naechsten Reisen sowie meine naechsten Ziele. Sie empfelhlen mir in Neuseeland einen Gatgeber, bei dem sie vor ein paar Jahren waren.


Dienstag, 14. April 2009

die letzten Reisevorbereitungen

Die letzten Reisevorbereitungen sind getroffen: Der Koffer ist gepackt (20 kg sind ganz schön wenig), Traveller checks und drei Währungen im Geldgürtel verstaut und die Reiseunterlagen von Boomerangreisen sind auch eingetroffen.Übrigens gibt es keine Flugtickets mehr sondern nur einen Reiseplan mit Flugdaten und zu jedem Flug einen Code zur Buchungsbestätigung. Am Donnerstag kam dann nach mehrmaligen Telefonaten auch die Post von Servas
www.servas.de/ mit den host Listen von Kanada, Neuseeland, Australien und Südafrika.
Für den ersten Abend habe ich über HRS eine Nacht im Flughafenhotel Vancouver gebucht, dann habe ich per E mail bei vier Servas-hosts angefragt.

Überraschung war eine mail aus Fiji, die Adresse war aus www.couchsurfing.com

>Bula Bernd,
>thanks for the mails that you have send it to me , yes
>we have couch available for that date for you to
>come.I will appreciated if tyou could advice me your
>flight details ,flight number and the time you will
>arrive and i will let you know how you will come to my
>places.
>thanks again and wish you all the best and i will
>looking forward to receive your flight details and
>hope that we will come and meet one day.Take care and
>good luck ,god bless you and
>
>goodbye,
>save and family.

Aber zuerst mal Kanada und ein Wiedersehen mit Ellen, Paul und Familie in Seattle/Washington/ USA am Samstag, 18. April 2009. Sie waren bei uns in Wallendorf 1987 und wir bei ihnen (damals noch in Madison/Wisconsin) 1988. Sie schrieben daß die Zugfahrt 3 Stunden dauert. Habe auch die Onlineregistrierung www.esta-usa.de, sodaß ich diese Grenze problemlos überqueren kann (hoffenlich).