Neuseeland (Nordinsel)
Am 6. Mai geht's mit Air Pacific von Fiji nach Auckland, der groessten Stadt Neuseelands. Von 4 Millionen Einwohnern lebt ueber ein Viertel hier. Mit an Bord waren vier deutsche Backpacker, die ich aber bei der Zollkontrolle aus den Augen verliere. Der gestrenge Zoellner, der mich kontrolliert, darf (nach Ruecksprache mit seinem Chef) kein Abzeichen tauschen- ich lasse ihm trotzdem eins da. Ziemlich streng auch die Kontrolle der biosecurity, die meinen Koffer nochmal nach Pflanzen oder Fleischprodukten durchleuchten wg. swine flu. Im Taxi zum Sky City Hotel, ein nobler Schuppen in der Innenstadt, das Zimmer war schon von Boomerang Reisen gebucht. Es ist ca. 20 Grad kaelter als in Fiji, und fuers Wochenende wird Schnee ab 400 m gemeldet!
Nehme am naechsten Morgen meinen Leihwagen in Empfang, fast alle Autos hier sind Japaner, vereinzelt mal ein Audi, BMW oder Benz. Ach ja, und die Opel- Schwester hier heisst Holden, ich glaube die Autos werden in Australien gebaut.
Meine Gastgeberin Maureen, Englaenderin, 72 Jahre alt, wohnt 200 km entfernt bei Whangarei. Habe mir ein Navi mitbestellt, gebe ihre Adresse ein,also los geht's Richtung Norden.
Besichtige als erstes einen Kauriwald. Das sind maechtige, nach den Sequoia die zweithoechsten Baeume der Welt. Die Exemplare die ich sah waren ueber 800 Jahre alt.
Finde dank GPS ihr Haus sofort, sie hat mich zum Essen erwartet und wir erzaehlen von unseren vielen Reisen. Sie will naechstes Jahr nach Griechenland und spart schon fleissig dafuer. Es ist ueber Nacht hoechstens 5 Grad, sie hat keine Heizung und der Oelradiator bleibt aus. Wenn's ihr kalt ist zieht sie halt noch eine Jacke drueber.
Am naechsten Tag fahre ich weiter Richtung Norden, bis zum noerdlichsten Kap Reinga sind es noch 300 km, ich fahre nur bis Kerikeri. Das ist die Kiwimetropole der Welt! Kaufe bei einem farmer mir unbekannte orangene Fruechte, Persammon (auch auf Deutsch?) In Waitangi besichtige ich das Treatyhouse, wo 1840 ein Vertrag zwischen Englaendern und den kriegerischen Maori geschlossen wurde. Noch ein bushwalk in Russell, einer sehr touristischen Stadt.
Ein unscheinbares Nest ist das neuseeländische Örtchen Kawakawa 40 km weiter südlich: eine lange Hauptstraße, ein Metzger, ein Café, ein Supermarkt, ein Pub, das war’s. Dennoch glänzt der Ort mit einer Weltattraktion an einem ganz besonderen Örtchen: dem stillen. Die öffentlichen Toiletten mitten auf der Hauptstraße Gillies Street hat der Wiener Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltet.Er lebte hier von 1974 bis zu seinem Tod im Jahr 2000.
Und am Weg finde ich noch eine glow worm cave, dort sind tausende Larven einer Fliege, die wie unsere Gluehwürmchen leuchten. Es sieht aus wie ein Sternenhimmel!
Mein naechster host wohnt ueber 300 km suedlich, habe mich ganz schoen verschaetzt mit der Groesse des Landes. Am Weg besuche ich eine Toelpelkolonie- leider kommen die Voegel nur an Land um zu brueten. 8 Monate im Jahr sind sie ueber dem offenen Meer unterwegs und sind ueber Winter ausgeflogen. Nach Empfehlung von Maureen sehe ich mir noch Mount Maunganui an, ein erloschener Vulkankegel auf einer Halbinsel im Meer. Tolle Aussicht, leider wird es sehr schnell dunkel und ich muss nur mit Vollmondbeleuchtung die 230 Hoehenmeter zurueck.
Die Gastgeber in Taurangi, Diana und Barry, sind irisch/ schottischer Abstammung und auch in den Siebzigern. Auch bei ihnen erst mal Abendessen und eine gute Flasche neuseelaendischer Riesling dazu, wie hier ueblich ist das Fleisch meistens vom Lamm.
Sonntag morgen nimmt Diana mich mit zu einem Bushwalk, sie kennt viele Vogel- und Baumarten und hat eine Pfeife zum Anlocken dabei. Und tatsaechlich, es gibt etliche Sorten Voegel zu sehen!
Noch zu einem Spaziergang am Meer, und ein Kaffee am beach. Ein sonniger Muttertag, den Abend sind wir bei ihrer Tochter zum Essen eingeladen. Barry sagt, du kommst mit, you belong to the family. Recht gut betuchte Leute, ein Riesenswimmingpool und ein Gasgrill draussen auf der Terrasse, da kann man neidisch werden!
Am naechsten morgen verabschieden sie mich mit einigen guten Tips fuer die fast 500 km lange Reise nach Wellington, wo ich am 12. 05. 8:00 die Faehre zur Suedinsel gebucht habe.
1. Etappe sind die heissen Quellen von Rotorua, es riecht ueberall als ob Luzifer grade da war. Es blubbert und brodelt, Wasserdampf steigt auf aus zig Erdspalten. Ein paar Kilometer weiter ist Wai-O-Tapu. Thermal Wonderland ist ein Gebiet mit einem Geysir, der morgens um 10 Uhr 20 m hoch schiesst und etlichen Kratern. Besonders bemerkenswert sind die farbigen Abstufungen der verschiedenen Mineralien, gelb ist Schwefei und rot Eisenoxyd usw.
Am naechsten Morgen gebe ich meinen Leihwagen ab und werde zur Faehre gebracht. In drei Stunden bin ich ueber die Cook Strait und durch die fjordaehnliche Marlborough Sounds in Picton wo ich meinen neuen Leihwagen in Empfang nehme.

1 Kommentare:
Hallo Bernd,
viele grüße von uns Allen aus dem kalten, nassen Deutschland.
Wir kommen gerade aus Pisa zurück - 26° C und Sone den ganzen Tag.
Wir verfolgen deine Reise aufmerksam und sind auf die Berichte zu Hause gespannt.
viele Grüße
Irmtraut und Gerhard
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